Was ist die Nachforschungsgenehmigung (NFG)?
Die NFG klingt bürokratisch, ist aber in den meisten Bundesländern unkompliziert und oft sogar kostenlos zu bekommen. Hier erfährst du, was dahintersteckt.
Was bedeutet NFG?
Die Nachforschungsgenehmigung (kurz NFG) ist eine behördliche Erlaubnis, die du benötigst, um in Deutschland gezielt nach Bodendenkmälern zu suchen. Sie wird von den zuständigen Denkmalschutzbehörden der Bundesländer erteilt und ist die rechtliche Grundvoraussetzung für das Sondeln mit einem Metalldetektor.
Rechtsgrundlage: Denkmalschutzgesetze der Länder
Die Pflicht zur NFG ergibt sich aus den Denkmalschutzgesetzen der einzelnen Bundesländer. Jedes Bundesland hat ein eigenes Denkmalschutzgesetz (DSchG), das den Umgang mit Bodendenkmälern regelt. Allen gemeinsam ist: Wer gezielt nach archäologischen Funden oder Bodendenkmälern sucht, braucht eine behördliche Genehmigung.
Typische Formulierung im Gesetz: "Wer nach Bodendenkmälern graben oder Bodendenkmäler aus einem Gewässer bergen will, bedarf der Genehmigung der Denkmalschutzbehörde."
Was ist das Schatzregal?
In den meisten Bundesländern gilt das sogenannte Schatzregal. Das bedeutet: Herrenlose archäologische Funde (also Funde ohne bekannten Eigentümer) gehören automatisch dem jeweiligen Bundesland – nicht dem Finder. Das Schatzregal existiert mittlerweile in allen Bundesländern außer Bayern.
In Bayern gilt stattdessen die Hadrianische Teilung: Finder und Grundstückseigentümer teilen sich den Fund je zur Hälfte. Trotzdem brauchst du auch in Bayern eine NFG.
Wer braucht eine NFG?
Jeder, der mit einem Metalldetektor gezielt nach historischen Gegenständen oder Bodendenkmälern sucht. Das gilt sowohl für Hobbysucher als auch für professionelle Archäologen. Auch wenn du auf privatem Gelände sondeln willst, benötigst du neben der Genehmigung des Grundstückseigentümers eine NFG.
Ausnahmen: Reine Verlustsuche (z. B. verlorener Ehering auf dem eigenen Grundstück) fällt in den meisten Bundesländern nicht unter die NFG-Pflicht. Die Grenze zwischen Verlustsuche und archäologischer Nachforschung ist jedoch fließend und im Zweifel eng auszulegen.
Was passiert ohne NFG?
Sondeln ohne NFG ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Bußgeldrahmen variieren je nach Bundesland – in der Praxis bewegen sich die tatsächlich verhängten Beträge meist im dreistelligen bis niedrig vierstelligen Bereich. Auch Metalldetektor und Funde können eingezogen werden. Die gute Nachricht: Mit einer gültigen NFG bist du auf der sicheren Seite.
NFG-Antrag erstellen
Das interaktive Tool zeigt dir Regeln, Formulare und Verfahren für dein Bundesland — und generiert bei formlosen Anträgen einen fertigen Antragstext.
Zum NFG-Antrags-Tool →Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.