Sondelkarte

Regeln & Bußgelder beim Sondeln

Wer sich an die Spielregeln hält, hat beim Sondeln nichts zu befürchten. Trotzdem ist es gut zu wissen, welche Konsequenzen drohen, wenn man ohne Genehmigung unterwegs ist – damit du verstehst, warum die NFG so wichtig ist.

Ordnungswidrigkeit vs. Straftat

Sondeln ohne NFG ist in der Regel eine Ordnungswidrigkeit nach dem jeweiligen Landesdenkmalschutzgesetz – vergleichbar mit einem Verkehrsverstoß. Nur in schwerwiegenden Fällen wie vorsätzlicher Zerstörung von Bodendenkmälern oder gewerbsmäßigem Raubgraben kann es sich um eine Straftat handeln.

Bußgeldrahmen nach Bundesland

Die Gesetze nennen Höchstbeträge – das sind theoretische Obergrenzen für die schlimmsten Fälle. In der Praxis liegen die tatsächlich verhängten Bußgelder für Sondeln ohne NFG meist im dreistelligen bis niedrig vierstelligen Bereich.

Bundesland Gesetzl. Höchstbetrag Rechtsgrundlage
Baden-Württemberg bis 500.000 € § 27 DSchG BW
Bayern bis 5.000.000 € Art. 20 BayDSchG
Berlin bis 500.000 € § 19 DSchG Bln
Brandenburg bis 500.000 € § 26 BbgDSchG
Bremen bis 500.000 € §§ 22–23 BremDSchG
Hamburg bis 500.000 € § 21 DSchG HH
Hessen bis 500.000 € § 24 HDSchG
Mecklenburg-Vorpommern bis 150.000 € § 26 DSchG M-V
Niedersachsen bis 250.000 € § 35 NDSchG
Nordrhein-Westfalen bis 500.000 € § 41 DSchG NRW
Rheinland-Pfalz bis 125.000 € § 33 DSchG RP
Saarland bis 500.000 € § 20 SDSchG
Sachsen bis 500.000 € § 36 SächsDSchG
Sachsen-Anhalt OWi + Straftat* §§ 21–22 DSchG ST
Schleswig-Holstein bis 500.000 € § 22 DSchG SH
Thüringen bis 500.000 € § 29 ThürDSchG

* Sachsen-Anhalt kennt neben OWi auch Straftatbestände (§ 21 DSchG ST).
Die genannten Beträge sind gesetzliche Obergrenzen. In der Praxis fallen die Bußgelder deutlich niedriger aus. Quelle: bussgeldkatalog.org.

Was kann außerdem passieren?

Neben einem möglichen Bußgeld können Metalldetektor und Funde eingezogen werden. Bei Beschädigung eines Bodendenkmals kann die Behörde zusätzlich Schadensersatz fordern.

Warum es sich lohnt, die Regeln zu kennen

Der bekannteste Fall ist die Himmelsscheibe von Nebra: 1999 gruben zwei Personen die 3.600 Jahre alte Bronzescheibe auf dem Mittelberg (Sachsen-Anhalt) illegal aus und verkauften sie über Hehler. Die Polizei stellte die Scheibe 2002 in Basel sicher. Beide Raubgräber wurden wegen Unterschlagung verurteilt.

Das war ein extremer Fall von organisierter Raubgrabung – Lichtjahre entfernt vom normalen Hobby-Sondeln. Der Fall zeigt aber, warum der Gesetzgeber das Thema ernst nimmt und warum eine NFG so wichtig ist: Sie schützt die Archäologie und dich als Sondengänger.

Mit NFG auf der sicheren Seite

Die gute Nachricht: Wer eine gültige NFG hat, die Auflagen einhält und Funde meldet, hat nichts zu befürchten. Die Genehmigung ist in vielen Bundesländern kostenlos und unkompliziert zu bekommen.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

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